Welche Tennisarm-Behandlung ist am besten untersucht?
Am besten untersucht ist das exzentrische Training der Unterarmstrecker, also eine dosiert gesteigerte Belastung der schmerzenden Sehne. Dieser Ansatz ergibt sich aus der Art der Erkrankung.
Beim Tennisarm, fachlich Epicondylitis humeri radialis, stehen trotz der Endung „-itis“ nach heutigem Verständnis kleine Verletzungen und Verschleiß am Ansatz der Unterarmstreckmuskulatur am äußeren Ellenbogen im Vordergrund (Tendinopathie). Empfohlen wird, schmerzauslösende Belastungen für einige Tage oder Wochen zu reduzieren; eine vollständige Ruhigstellung über lange Zeit ist dagegen nicht Ziel der Behandlung, weil die Sehne wieder an Belastung gewöhnt werden soll.
In der Behandlung werden folgende Maßnahmen kombiniert:
- Exzentrisches Training der Unterarmstrecker. Gemeint ist der Bewegungsanteil, in dem die Muskulatur unter Spannung langsam nachgibt und die Bewegung abbremst. In Studien wurden die Übungen etwa dreimal täglich über ein bis drei Monate ausgeführt.
- Manuelle Therapie an Ellenbogen und Handgelenk mit aktiven und passiven Bewegungen; sie kann das Training unterstützen.
- Querfriktion, eine quer zum Faserverlauf ausgeführte Massagetechnik am Sehnenansatz. Sie ist beim Tennisarm gängig; ob sie über das Training hinaus nützt, ist nicht ausreichend untersucht.
- Anpassung der auslösenden Bewegung. Dazu zählen etwa die Arbeit mit der Maus, der Umgang mit Werkzeug, die Art des Greifens oder die Griffstärke am Schläger.
Ursachen des Tennisarms
Die Beschwerden beginnen häufig nach einer ungewohnt starken Belastung der Unterarmmuskulatur oder nach einseitigen Belastungen über längere Zeit, typischerweise bei häufig wiederholten Greif- oder Drehbewegungen:
- Bildschirm- oder Kassenarbeit
- handwerkliche Tätigkeiten wie Streichen, Schreinern oder Montage
- schweres Heben, etwa in Betreuung und Pflege
- Tennis, Rudern, Golf oder Kraftsport
Die Bezeichnung ist damit irreführend, denn bei den meisten Betroffenen liegen andere Ursachen als Tennis zugrunde.
Maßnahmen mit unklarem oder geringem Nutzen
Die folgenden Maßnahmen werden häufig angewendet, ihr Nutzen als alleinige Behandlung ist jedoch gering oder nicht belegt:
- Ausschließliche Schonung. Weniger Belastung gehört zur Behandlung, ersetzt aber nicht den schrittweisen Aufbau der Belastbarkeit durch das Training.
- Ausschließlich eine Epicondylitis-Spange. Ob Bandagen oder Spangen die Beschwerden bessern, ist wissenschaftlich nicht belegt. Als alleinige Maßnahme genügt sie daher nicht.
- Wiederholte Kortisoninjektionen. Sie können die Schmerzen vorübergehend lindern. In Studien hatten Behandelte nach einigen Monaten jedoch mehr Schmerzen als Menschen, die keine Kortisonspritze erhalten hatten.
- Dehnen ohne Kräftigung. Es wird oft als angenehm empfunden; wie wirksam einfache Dehnübungen sind, ist jedoch unklar.
Behandlungsdauer
Die Beschwerden klingen mitunter nach wenigen Wochen ab, halten häufig aber mehrere Monate an. Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind innerhalb eines Jahres schmerzfrei, bei den übrigen dauert es länger.
Steigern Sie die Belastung nach dem Abklingen der Schmerzen schrittweise, statt sofort wieder voll zu belasten; schmerzauslösende Belastungen sollten Sie weiterhin meiden.
Wann eine ärztliche Abklärung erforderlich ist
- Die Schmerzen sind nach einem Sturz oder Unfall aufgetreten.
- Es besteht ein deutlicher Kraftverlust, der sich nicht allein durch den Schmerz erklärt.
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln strahlen bis in die Hand aus.
- Nach drei Monaten Behandlung ist keine Veränderung eingetreten.
Unser Vorgehen
Bei Rundum Gesund steht am Anfang ein Befund, in dem wir untersuchen, welche Struktur betroffen ist, welche Bewegungen eingeschränkt oder schmerzhaft sind und welche Belastungen im Alltag hinzukommen. Die Behandlung umfasst Manuelle Therapie, Faszien- und Weichteiltechniken und vor allem einen strukturierten Trainingsaufbau, an den Geräten in unserer Praxis und als Übungsprogramm für zu Hause.
Die Behandlung erfolgt auf ärztliche Verordnung. Für Erkrankungen der Extremitäten (Diagnosegruppe EX), zu denen auch Erkrankungen der Sehnenansätze zählen, nennt der Heilmittelkatalog unter anderem Krankengymnastik, gerätegestützte Krankengymnastik (KGG) und Manuelle Therapie als vorrangige Heilmittel. Mit einer Heilmittelverordnung (Muster 13) übernimmt die Krankenkasse die Kosten bis auf die gesetzliche Zuzahlung. Für Privatversicherte und Selbstzahler auf Privatrezept kostet Manuelle Therapie 39 Euro je 20 Minuten und KGG 48 Euro je 40 Minuten; ein Kinesio-Tape kostet 10 bis 15 Euro.
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Tennisarm und Golferarm, abgerufen am 13.10.2026
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wie werden Tennisarm und Golferarm behandelt?, abgerufen am 13.10.2026
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie mit Heilmittelkatalog – Diagnosegruppe EX, abgerufen am 13.10.2026
- Bundesministerium der Justiz: § 61 SGB V – Zuzahlungen, abgerufen am 13.10.2026
- Angaben zur Praxis: Rundum Gesund, Stand Oktober 2026