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Ratgeber

Kinesio-Tape bei Kniearthrose und Schulter­schmerzen

Kinesio-Tape bei Kniearthrose und Schulterschmerzen: Wirkprinzip, Studienlage und Leitlinienempfehlung, selbstständiges Anlegen und Kosten auf Privatrezept.

Verfasst von
Verfasst von Blacklyne im Auftrag von Rundum Gesund
Aktualisiert
Aktualisiert am 13. Oktober 2026
Lesezeit
5 Minuten Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Ein Nutzen von Kinesio-Tape bei Kniearthrose und Schulterschmerzen ist nur schwach belegt. Die S3-Leitlinie zur Gonarthrose empfiehlt keinen routinemäßigen Einsatz; erwogen werden kann es bei Instabilität oder abnormer Belastung des Gelenks, wenn Übungen ohne Tape nicht ausreichen. Für die Schulter zeigen kleine Studien allenfalls kurzfristige Effekte als Ergänzung zur Übungstherapie. Auf den Gelenkknorpel oder eine gerissene Sehne hat das Tape keinen Einfluss. Bei uns wird es ergänzend zu einer ärztlich verordneten Behandlung angelegt und kostet auf Privatrezept 10 bis 15 Euro.

Hilft Kinesio-Tape bei Kniearthrose und Schulter­schmerzen?

Die Studienlage zum Kinesio-Tape bei Kniearthrose und Schulterschmerzen ist schwach. Die S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Gonarthrose“ empfiehlt deshalb keinen routinemäßigen Einsatz von Tape. Für Schulterschmerzen bei subakromialem Impingement zeigen die in der Leitlinie ausgewerteten Studien allenfalls kurzfristige Vorteile gegenüber einem Placebo-Tape. Strukturelle Veränderungen wie den Knorpelverlust bei Arthrose beeinflusst ein Tape nicht.

Infrage kommt das Tape deshalb allenfalls als Ergänzung zur Bewegungs- und Übungstherapie, nicht als eigenständige Behandlung.

Was ist Kinesio-Tape, und wie soll es wirken?

Kinesio-Tape ist ein elastisches Baumwollband mit einer Klebeschicht auf der Rückseite. Seine Dehnfähigkeit entspricht in etwa der der Haut, weshalb es die Beweglichkeit kaum einschränkt. Es enthält keine Wirkstoffe.

Nach der Vorstellung der Methode verschiebt das Tape die Haut bei jeder Bewegung geringfügig. Die Rezeptoren der Haut sollen dadurch veränderte Reize an das zentrale Nervensystem weiterleiten und so die Schmerzwahrnehmung dämpfen. Darüber hinaus werden ein verbesserter Lymphabfluss und ein Einfluss auf die Muskelspannung angenommen; belegt ist beides nicht.

Wofür das Tape eingesetzt wirdWas ein Tape nicht kann
als Ergänzung zur ÜbungstherapieKnorpel aufbauen oder das Fortschreiten der Arthrose aufhalten
bei Instabilität oder abnormer Belastung des Kniegelenks, wenn Übungen ohne Tape nicht ausreichenein instabiles Gelenk sichern wie eine Orthese
als spürbarer Hinweis für die GelenkführungÜbungen und Kraftaufbau ersetzen
bei Schulterschmerzen ergänzend zu Übungengerissene Sehnen oder Bänder stabilisieren

Kinesio-Tape bei Kniearthrose

Bei Kniearthrose (Gonarthrose) wird das Tape in der Regel bei gebeugtem Knie angelegt. Häufig verlaufen zwei Streifen um die Kniescheibe, oft ergänzt durch einen Streifen entlang der Oberschenkelvorderseite.

Nach der S3-Leitlinie kann ein Tape erwogen werden, wenn eine Instabilität des Gelenks oder eine abnorme Belastung vorliegt, therapeutische Übungen ohne Tape nicht wirksam oder nicht geeignet sind und eine bessere Beweglichkeit und Funktion des Gelenks zu erwarten ist. Grundlage der Behandlung bleiben Bewegung und Kräftigung der Beinmuskulatur, etwa in der Krankengymnastik am Gerät.

Tapen bei Schulter­schmerzen

An der Schulter wird Tape häufig beim subakromialen Impingement eingesetzt, also bei Schmerzen durch Einengung von Sehnen und Schleimbeutel unter dem Schulterdach. Auch bei erhöhter Muskelspannung im Schulter-Nacken-Bereich findet es Anwendung. Die Streifen verlaufen dann über den Deltamuskel oder entlang des Schulterblatts.

Die Evidenz ist nach der Auswertung in der Leitlinie zum subakromialen Impingement von sehr geringer Qualität; Tape kann dort allenfalls als Ergänzung zu Übungen eingesetzt werden. Langfristig entscheidend sind die Beweglichkeit und die Kraft der Muskulatur, die das Schulterblatt führt und stabilisiert.

Wann ist Tapen sinnvoll, und wann nicht?

Ob ein Tape in Ihrer Situation infrage kommt, entscheiden ärztliche Verordnung und Befund. Eingesetzt wird es ergänzend, etwa während der Übungstherapie; eine eigenständige Behandlung von Arthrose oder Schulterschmerzen ist es nicht.

Kontraindikationen, also Gründe gegen eine Anwendung, sind offene Wunden, Hautreizungen und Hauterkrankungen im Anlagebereich, eine bekannte Pflasterallergie und eine frische Thrombose. Bei eingeschränkter Sensibilität der Haut, etwa durch eine diabetische Nervenschädigung (Polyneuropathie), sprechen Sie dies bitte vor der Anlage an.

Kinesio-Tape selbst anlegen

Wer sich die Anlage im Rahmen der Behandlung zeigen lässt, kann das Tape später auch selbst anlegen. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

  1. Die Haut muss sauber, trocken und frei von Creme sein; starke Behaarung zuvor kürzen.
  2. Die Ecken des Streifens abrunden, damit sie sich weniger schnell lösen.
  3. Anfang und Ende des Streifens ohne Zug aufkleben.
  4. Nach der Anlage mit der Hand über das Tape reiben, da die Wärme den Kleber aktiviert.
  5. Vor dem Duschen oder Sport etwa eine halbe Stunde warten.

Ein Tape haftet in der Regel mehrere Tage. Zum Entfernen wird es unter der Dusche oder mit etwas Öl angelöst und langsam in Haarwuchsrichtung abgezogen. Bei Juckreiz, Rötung oder Bläschenbildung entfernen Sie das Tape bitte umgehend.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Lassen Sie Knie oder Schulter ärztlich untersuchen, wenn:

  • das Gelenk plötzlich anschwillt, sich überwärmt und rötet oder Fieber hinzukommt
  • das Knie wegknickt oder blockiert
  • Sie den Arm nach einem Sturz nicht mehr anheben können
  • die Schmerzen nachts in Ruhe stark sind oder über Wochen zunehmen

Schmerzen in der linken Schulter mit Druckgefühl in der Brust, Atemnot oder kaltem Schweiß können vom Herzen ausgehen. Das ist ein Notfall; wählen Sie sofort den Notruf 112.

Kinesio-Taping bei Rundum Gesund

Kinesio-Taping setzen wir ergänzend zu einer ärztlich verordneten Behandlung ein, etwa in Verbindung mit Krankengymnastik oder Manueller Therapie. Anlagetechnik und Lokalisation richten sich nach Ihrem Befund.

Kinesio-Taping ist kein Heilmittel der gesetzlichen Krankenversicherung; die Kasse übernimmt die Kosten nicht. Auch das Tape legen wir nur auf ärztliche Verordnung an, in diesem Fall auf Privatrezept. Für Privatversicherte und Selbstzahler auf Privatrezept gelten folgende Preise:

LeistungDauerPreis
Kinesio-Tapeje nach Umfang10 bis 15 Euro
Krankengymnastik20 Minuten35 Euro
Manuelle Therapie20 Minuten39 Euro
Krankengymnastik am Gerät40 Minuten48 Euro

Alle Preise finden Sie unter Preise für Privatversicherte und Selbstzahler.

Termine vereinbaren Sie in der Wittenauer Straße 9, telefonisch unter 030-7672 6377 oder über die Seite Kontakt.

Häufige Fragen

Wie lange kann ein Kinesio-Tape getragen werden?

In der Regel mehrere Tage. Duschen ist mit Tape möglich; anschließend wird es trocken getupft. Lösen sich die Enden, können Sie diese abschneiden oder das Tape vollständig entfernen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für das Tape?

Nein, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Kinesio-Taping nicht, da es kein Heilmittel nach der Heilmittel-Richtlinie ist. Bei privater Versicherung hängt die Erstattung vom jeweiligen Tarif ab.

Ist Tapen auch bei einer Knieprothese möglich?

Nach einer Operation darf das Tape erst auf die Haut, wenn die Narbe vollständig verheilt ist. Ob eine Anlage dann sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten.

Was kostet ein Kinesio-Tape bei Rundum Gesund in Berlin-Wittenau?

Auf Privatrezept je nach Umfang 10 bis 15 Euro. Alle Preise finden Sie unter Preise für Privatversicherte und Selbstzahler.

Quellen