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Ratgeber

Lymph­drainage: Ablauf, Wirkweise und Indikationen

Lymphdrainage: Ablauf, geringer Druck, Bestandteile der Entstauungstherapie, Behandlungsdauer nach Heilmittel-Richtlinie und Kontraindikationen.

Verfasst von
Verfasst von Blacklyne im Auftrag von Rundum Gesund
Aktualisiert
Aktualisiert am 13. Oktober 2026
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5 Minuten Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Bei der Manuellen Lymphdrainage (MLD) wird mit sehr geringem, kreisendem Druck entlang der Lymphbahnen gearbeitet. Die Behandlung beginnt an den zentralen Lymphknotenregionen und erst danach an der geschwollenen Körperregion. Nach der Heilmittel-Richtlinie fördern die spezifischen Handgriffe den Lymphabfluss und verringern so den krankhaft erhöhten Flüssigkeitsgehalt im Gewebe; Ziel ist der Rückgang der Schwellung. Damit die Flüssigkeit nicht zurückfließt, ist die anschließende Kompression von entscheidender Bedeutung. Bei Lymphödemen ist die Lymphdrainage Bestandteil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE), die aus fünf Komponenten besteht.

Wie läuft eine Lymph­drainage ab und welche Wirkung hat sie?

Die Hand verschiebt die Haut in langsamen, rhythmischen Kreisen gegen das darunterliegende Gewebe; jeder Griff besteht aus einer Schubphase mit sehr geringem Druck und einer Entspannungsphase. Die Muskulatur wird dabei nicht durchgeknetet, worin sich die Technik grundlegend von der klassischen Massage unterscheidet.

Die Behandlung beginnt an den zentralen Lymphknotenregionen an Hals, Achsel und Leiste und erst danach an der geschwollenen Körperregion. Dort liegen die großen Lymphknotengruppen; erst wenn diese Abflussgebiete entlastet sind, kann die Flüssigkeit aus Arm oder Bein abfließen.

Der geringe Druck ist Teil der Technik. Nach der Leitlinie üben die Grundgriffe einen Dehnungsreiz auf Haut und Unterhaut aus, der die Pumpbewegungen der Lymphgefäße steigert. Die Heilmittel-Richtlinie beschreibt als Ziel, den Lymphabfluss zu fördern und den krankhaft erhöhten Flüssigkeitsgehalt im Gewebe zu verringern.

Die fünf Bausteine der Entstauungstherapie

Bei einem manifesten Lymphödem ist die Lymphdrainage nur ein Bestandteil der Behandlung. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) umfasst nach der S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Lymphödeme fünf aufeinander abgestimmte Komponenten:

  1. Manuelle Lymphdrainage, bei Bedarf ergänzt durch weitere manuelle Techniken
  2. Kompression mit mehrlagigen Bandagen oder einem Kompressionsstrumpf
  3. Entstauungsfördernde Bewegungstherapie, also Bewegungsübungen mit angelegter Kompression
  4. Hautpflege, da die Haut bei einem Lymphödem anfälliger für Infektionen ist
  5. Aufklärung und Schulung zur Selbsttherapie, damit Sie Kompression, Hautpflege und Übungen im Alltag selbstständig fortführen können

Ohne anschließende Kompression fließt die Flüssigkeit in das entstaute Gewebe zurück. Die Heilmittel-Richtlinie bezeichnet die Kompressionstherapie deshalb als von entscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg.

Indikationen für eine Lymph­drainage

Als Heilmittel wird die Manuelle Lymphdrainage nach dem Heilmittelkatalog bei Lymphabflussstörungen verordnet (Diagnosegruppe LY), unter anderem bei:

  • primären Lymphödemen, bei denen das Lymphsystem von Geburt an unvollständig angelegt ist
  • sekundären Lymphödemen, etwa nach Operationen, bei denen Lymphknoten entfernt wurden, nach einer Bestrahlung oder nach Verletzungen
  • Phlebo-Lymphödemen, also Lymphödemen in Verbindung mit einer Venenerkrankung
  • Lipödemen im Stadium I bis III, in Kombination mit Kompression und Bewegung

Kontraindikationen

Nach der Leitlinie wird die Entstauungstherapie in folgenden Fällen nicht durchgeführt:

  • bei einer dekompensierten Herzinsuffizienz, also einer Herzschwäche mit Stauungszeichen wie Ödemen oder Atemnot
  • bei einer akuten tiefen Beinvenenthrombose
  • bei einem akuten, schweren Erysipel (Wundrose), bis das Antibiotikum wirkt
  • bei flächigen erosiven Hauterkrankungen, also großflächig wunden Hautstellen

Bei weiteren Erkrankungen, etwa Hautinfektionen oder einer bösartigen Erkrankung, entscheidet Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt, ob eine Lymphdrainage infrage kommt. Bitte informieren Sie uns darüber bereits vor der Vereinbarung des ersten Termins.

Erforderliche Behandlungsdauer

Die Therapiezeit legt grundsätzlich Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Heilmittel-Richtlinie ordnet sie dem Stadium und der Zahl der behandelten Körperteile zu:

DauerEinsatz nach Heilmittel-Richtlinie (Beispiele)Preis auf Privatrezept
30 MinutenStadium I mit einem oder zwei Körperteilen, Stadium II mit einem Körperteil32 Euro
45 MinutenStadium II mit einem oder zwei Körperteilen, Stadium III mit einem Körperteil48 Euro
60 MinutenStadium II mit zwei Körperteilen, Stadium III mit einem oder zwei Körperteilen65 Euro

Ist auf der Verordnung keine Therapiezeit angegeben, sondern nur das Stadium, entscheidet die Therapeutin oder der Therapeut nach dem Befund über die erforderliche Dauer.

Was Sie selbst beitragen können

  • Tragen Sie die Kompression konsequent. Sie ist unbequem, stellt aber einen unverzichtbaren Bestandteil der Therapie dar.
  • Bleiben Sie in Bewegung. Die Muskelpumpe unterstützt den Lymphfluss, etwa beim Gehen, Radfahren oder bei der Wassergymnastik.
  • Pflegen Sie Ihre Haut. Verwenden Sie eine rückfettende Pflege und behandeln Sie auch kleine Verletzungen sorgfältig.
  • Lagern Sie Arm oder Bein hoch, wann immer es möglich ist. Bewegung ergänzt das Hochlagern.

Lymphtherapie bei Rundum Gesund

In unserem Team verfügen elf Therapeutinnen und Therapeuten über die Zusatzausbildung Manuelle Lymphdrainage, zwei davon sind ausgebildete Lymphtherapeuten. Wir behandeln auf ärztliche Verordnung, mit Kassenrezept zulasten der Krankenkasse oder auf Privatrezept.

Alle Preise: Preise für Privatversicherte und Selbstzahler · Termine: Kontakt · Weitere Informationen zur Behandlung: Manuelle Lymphdrainage

Quellen