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Für Bewerberinnen und Bewerber

Was vom Physio­therapeuten-Gehalt netto übrig bleibt

Brutto, netto und Stundenlohn im Vergleich: das Medianentgelt der Bundesagentur für Arbeit, die Bedeutung des TVöD und was 22–28 Euro brutto pro Stunde im Monat bedeuten.

Verfasst von
Verfasst von Blacklyne im Auftrag von Rundum Gesund
Aktualisiert
Aktualisiert am 13. Oktober 2026
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5 Minuten Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Medianentgelt für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Vollzeit bundesweit bei 3.452 Euro brutto im Monat. In Steuerklasse I, ohne Kinder und mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent verbleiben davon rund 2.270 Euro netto mit Kirchensteuer und rund 2.310 Euro ohne. Aussagekräftiger ist jedoch der Stundenlohn. Mit 22 Euro pro Stunde bei 38,5 Wochenstunden erreichst du rund 3.670 Euro brutto und liegst damit über dem bundesweiten Median.

Wie viel verdient ein Physio­therapeut netto im Monat?

Grundlage der Rechnung ist das Medianentgelt aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, bundesweit für Vollzeit 3.452 Euro brutto im Monat (Datenstand 2025). Der Median teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Gruppen, von denen eine mehr und eine weniger verdient. Er ist daher aussagekräftiger als ein Durchschnittswert, den einzelne hohe Gehälter nach oben verzerren.

Netto verbleiben davon in Steuerklasse I, ohne Kinder und mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag der Krankenkassen von 2,9 Prozent rund 2.270 Euro mit Kirchensteuer und 2.310 Euro ohne. In Steuerklasse III sind es rund 2.590 bis 2.620 Euro. Abgezogen werden die Lohnsteuer nach dem Rechner des Bundesfinanzministeriums sowie die Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung; Kinderlose ab 23 Jahren zahlen in der Pflegeversicherung einen Zuschlag. Deine Krankenkasse kann einen anderen Zusatzbeitrag erheben, das verschiebt den Betrag um einige Euro.

Warum der Stundenlohn aussagekräftiger ist

Ein Bruttomonatsgehalt lässt sich nur bewerten, wenn die vereinbarte Wochenarbeitszeit bekannt ist. Zwei Angebote mit identischem Brutto können sich im Stundenlohn um mehrere Euro unterscheiden.

Stundenlohnbei 38,5 Std./Wocheim Monat brutto
19 Euro166,8 Stunden3.170 Euro
20,70 Euro166,8 Stunden3.453 Euro
22 Euro166,8 Stunden3.670 Euro
25 Euro166,8 Stunden4.171 Euro
28 Euro166,8 Stunden4.671 Euro

Die Monatsstunden ergeben sich aus 38,5 Stunden × 52 Wochen ÷ 12 Monate. Der Wert von 20,70 Euro ist das bundesweite Medianentgelt der Bundesagentur, umgerechnet auf die Stunde. Liegt ein Angebot darunter, liegt es unter dem Entgelt, das die Hälfte deiner Kolleginnen und Kollegen mindestens erhält.

Frag im Bewerbungsgespräch deshalb zuerst nach dem Stundenlohn und erst danach nach dem Monatsgehalt. Kläre außerdem, ob Vor- und Nachbereitung, Dokumentation und Teambesprechungen zur bezahlten Arbeitszeit zählen. An diesem Punkt unterscheiden sich häufig Angebote, die auf den ersten Blick gleichwertig erscheinen.

Was der TVöD zahlt und für wen er gilt

Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach der Entgeltordnung des TVöD: Die Eingruppierung hängt von der Tätigkeit ab, innerhalb der Entgeltgruppe steigt das Gehalt mit den Erfahrungsstufen. Aktuelle Tabellenwerte findest du im Beitrag Tarifvertrag in der Physiotherapie.

Der TVöD gilt in Kliniken und Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft. Für private Praxen ist er nur verbindlich, wenn der Arbeitgeber tarifgebunden ist oder der Tarif im Arbeitsvertrag vereinbart wird; sonst wird das Gehalt frei verhandelt. Das erklärt die große Spannweite der Praxisgehälter; nach unten begrenzt sie allein der gesetzliche Mindestlohn.

Was den Stundenlohn in einer Praxis erhöht

Drei Faktoren wirken sich deutlich auf die Vergütung aus:

  1. Zertifikatspositionen. Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage und KG-ZNS nach Bobath sind Zertifikatspositionen, für die die Praxis nach der Vergütungsvereinbarung mit den Krankenkassen eine höhere Vergütung erhält als für allgemeine Krankengymnastik. Bringst du sie mit, verhandelst du aus einer stärkeren Position.
  2. Hausbesuche. Sie setzen voraus, dass der Hausbesuch ärztlich verordnet ist, und die Praxis rechnet zusätzlich zur Behandlung eine Hausbesuchspauschale ab. Ob die Hausbesuchstätigkeit gesondert vergütet wird, solltest du im Gespräch klären.
  3. Berufserfahrung in einem Schwerpunkt. Wer ein Fachgebiet sicher abdeckt, das sonst niemand im Team abdeckt, hat für die Praxis einen höheren Wert, auch bei kürzerer Berufserfahrung.

Was wir zahlen

Bei Rundum Gesund beträgt die Vergütung 22–28 Euro brutto pro Stunde, je nach Qualifikation und Erfahrung. Der Einstiegslohn liegt damit rund sechs Prozent über dem bundesweiten Median der Bundesagentur, die Obergrenze rund 35 Prozent darüber.

Hinzu kommen 30 Urlaubstage bei einer Fünftagewoche (bei weniger Wochenarbeitstagen entsprechend umgerechnet), ein BVG-Zuschuss, Dienstrad-Leasing, ein eigenes Tablet und eine betriebliche Altersvorsorge. Wir arbeiten bei Krankengymnastik und Manueller Therapie im 25-Minuten-Takt, die Organisation übernehmen vier ausgebildete Empfangskräfte. Deine bezahlte Arbeitszeit steht dadurch für die Behandlung zur Verfügung und wird nicht durch Telefonate und Terminverwaltung gebunden.

Alle Angaben zu den offenen Stellen findest du auf der Seite Offene Stellen.

Quellen