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Für Bewerberinnen und Bewerber

RehaSport-Übungsleiter: Ausbildung, Lizenz und Arbeitsfelder

Der Weg zum Übungsleiter im RehaSport: Aufbau der Ausbildung zur B-Lizenz, Verlängerung der Lizenz und typische Arbeitgeber.

Verfasst von
Verfasst von Blacklyne im Auftrag von Rundum Gesund
Aktualisiert
Aktualisiert am 13. Oktober 2026
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5 Minuten Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Die RehaSport-Übungsleiter-Ausbildung führt zur Übungsleiter-B-Lizenz „Sport in der Rehabilitation“, die jeweils für einen Indikationsbereich wie die Orthopädie erteilt wird. Sie baut auf einer Grundausbildung auf und wird von den Behindertensportverbänden vergeben. Die Lizenz ist in der Regel vier Jahre gültig, im Bereich Innere Medizin zwei Jahre, und wird durch Fortbildungen im Umfang von 15 Lerneinheiten verlängert. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten erreichen die Anerkennung über verkürzte Sonderlehrgänge, bei einem Sportstudium wird die Grundausbildung anerkannt.

RehaSport-Übungsleiter: Ausbildung und Lizenz

Rehabilitationssport nach § 64 SGB IX darf nach Ziffer 12.1 der Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining nur von Übungsleiterinnen und Übungsleitern mit besonderem Qualifikationsnachweis geleitet werden. Welche Nachweise anerkannt werden, legen die Qualifikationsanforderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) fest. Der übliche Weg ist die Übungsleiter-B-Lizenz „Sport in der Rehabilitation“ des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) und seiner Landesverbände; erteilt wird sie jeweils für einen Indikationsbereich, etwa die Orthopädie.

Die Lizenz ist in der Regel vier Jahre gültig, im Bereich Innere Medizin zwei Jahre. Zur Verlängerung sind innerhalb dieses Zeitraums Fortbildungen im Umfang von 15 Lerneinheiten nachzuweisen. Ohne gültigen Qualifikationsnachweis darfst du keine verordnete Gruppe im Rehabilitationssport leiten; das Physiotherapie-Examen allein genügt dafür nicht.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung ist zweistufig. Am Anfang steht beim DBS die Lizenz Übungsleiter C Breitensport als erste Lizenzstufe. Darauf folgt als zweite Lizenzstufe das Profil Rehabilitationssport, das die Arbeit mit einer bestimmten Indikationsgruppe, also einer Gruppe von Teilnehmenden mit vergleichbaren Erkrankungen, vermittelt.

BausteinInhalt
GrundausbildungTrainingslehre, Gruppenführung, Methodik, Grundlagen der Anatomie
Aufbaumodul RehabilitationssportKrankheitsbilder, Belastungssteuerung, Übungsauswahl für die Indikation
Erste HilfeNachweis einer Erste-Hilfe-Aus- oder -Fortbildung als Voraussetzung für die Lizenzerteilung
Lehrprobe und PrüfungLeitung einer Übungseinheit vor der Prüfungskommission

Der DBS bildet in den Profilen Orthopädie, Innere Medizin, Sensorik, Neurologie, Geistige Behinderung und Psychiatrie aus. Wer in einer Physiotherapiepraxis Rehabilitationssport anleitet, beginnt in der Regel mit der Orthopädie.

Umfang und Kosten des Aufbaumoduls legt jeder Verband selbst fest. Prüfe deshalb vor der Planung die Ausschreibung deines Landesverbands.

Welche Vorqualifikationen werden angerechnet?

Die Qualifikationsanforderungen der BAR regeln die Anrechnung. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dürfen Rehabilitationssport in den Bereichen Orthopädie, Innere Medizin, Herzsport und Neurologie leiten, wenn sie Sonderlehrgänge absolviert haben, für die Grundlagen mindestens 36 Lerneinheiten und für die Orthopädie mindestens 16 Lerneinheiten. Bei einem sportwissenschaftlichen Studium wird der Grundlagenteil anerkannt, der Bereich der Indikation ist zusätzlich nachzuweisen. Kläre vor der Anmeldung mit dem Verband, welche Nachweise verlangt werden.

Ohne einschlägige Vorbildung kann die Lizenz ein Weg in die Arbeit mit Patientengruppen sein. Weitere Möglichkeiten beschreibt unser Beitrag zum Quereinstieg in die Physiotherapie.

Wie wird die B-Lizenz verlängert?

Die Lizenz ist in der Regel vier Jahre gültig, im Bereich Innere Medizin zwei Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums sind vom Verband anerkannte Fortbildungen im Umfang von 15 Lerneinheiten nachzuweisen; nach Einreichen des Nachweises wird die Lizenz verlängert.

Es empfiehlt sich, die Fortbildung bereits im dritten Jahr zu planen, da gefragte Termine früh ausgebucht sind. Ist die Lizenz abgelaufen, legt der Verband nach eigenen Regeln fest, in welchem Umfang Inhalte nachzuholen sind. Dieser Umfang kann deutlich über 15 Lerneinheiten liegen.

Die Verlängerung gilt für den jeweiligen Indikationsbereich. Wer später zusätzlich etwa neurologische Gruppen leiten möchte, benötigt dafür ein eigenes Aufbaumodul.

Wo arbeiten RehaSport-Übungsleiter?

Rehabilitationssport wird ärztlich verordnet (Muster 56), in der Regel mit 50 Übungseinheiten innerhalb von 18 Monaten. Eine Gruppe umfasst grundsätzlich höchstens 15 Teilnehmende je Übungsleitung. Diese Vorgaben enthält die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining, an die alle anerkannten Anbieter gebunden sind.

Die Stellen verteilen sich auf einige typische Arbeitgeber:

  • Physiotherapiepraxen mit eigenem Rehabilitationssport. Hier bist du angestellt und häufig zusätzlich in der Behandlung oder in der Trainingstherapie am Gerät eingesetzt.
  • Sportvereine. Die Tätigkeit ist meist nebenberuflich und wird häufig über die Übungsleiterpauschale nach § 3 Nr. 26 EStG vergütet.
  • Reha- und Gesundheitszentren. Hier gibt es häufig Festanstellungen mit einer Kombination aus Rehabilitationssport, Gerätetraining und Präventionskursen.

Worin sich die Arbeit in der Sporttherapie von der Physiotherapie unterscheidet, beschreibt der Beitrag Sporttherapeut: Aufgaben, Gehalt und Lizenz. Dort findest du auch Informationen zu den Bedingungen einer Festanstellung in der Sporttherapie.

Welche Fähigkeiten eine Übungsleiterin braucht

Die Lizenz berechtigt zur Leitung von Gruppen. Im Kursalltag entscheidet dann vor allem die Fähigkeit, eine Gruppe über Monate zur regelmäßigen Teilnahme zu motivieren. Viele Teilnehmende kommen mit Schmerzen, mit Bewegungsangst oder nach einer Operation. Du musst erkennen, wer an einem Tag weniger belastbar ist, und die Übung für diese Person anpassen, ohne die übrige Gruppe auszubremsen.

Hinzu kommen organisatorische Aufgaben. Du führst Anwesenheitslisten, da die Einheiten mit dem Kostenträger abgerechnet werden, und achtest auf die Gültigkeit der Verordnungen.

RehaSport bei Rundum Gesund

Der RehaSport hat bei uns einen eigenen Standort am Eichhorster Weg 80 in Berlin-Wittenau mit zwei Kursräumen. Von Montag bis Freitag finden dort zwischen 8:30 und 20 Uhr feste Gruppen statt. Eine Einheit dauert 55 bis 60 Minuten, und die Kurse werden ausschließlich von geschultem Fachpersonal geleitet. RehaSport bieten wir auch als RehaHocker und RehaYoga an. Hinzu kommen Hockergymnastik, QiGong auf dem Hocker, Line-Dance, Tai-Chi, Faszientraining, Yoga, Fitness und Fit over 40.

Fehlt dir die Übungsleiter-B-Lizenz für den Rehabilitationssport noch, kannst du sie während deiner Tätigkeit bei uns erwerben. Fortbildungen wählen wir gemeinsam aus. Zuschuss und Freistellung vereinbaren wir vorab. Die Kurszeiten sind fest geplant, und der Dienstplan ist verlässlich. Die Vergütung beträgt 22–28 Euro brutto pro Stunde, je nach Qualifikation und Erfahrung, und du hast 30 Urlaubstage bei einer Fünftagewoche; bei weniger Wochenarbeitstagen entsprechend umgerechnet.

Die Stelle findest du unter Sporttherapeut:in / Übungsleiter:in Rehabilitationssport. Für eine unverbindliche erste Kontaktaufnahme über die Bewerbung genügen dein Name und eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.

Häufige Fragen

Kann ich die Übungsleiter-B-Lizenz während einer Tätigkeit bei Rundum Gesund erwerben?

Ja. Fehlt dir die Lizenz für den Rehabilitationssport noch, kannst du sie während deiner Tätigkeit bei uns erwerben. Zuschuss und Freistellung vereinbaren wir vorab.

Wie lange dauert die Ausbildung zum RehaSport-Übungsleiter?

Die Dauer hängt von der Vorbildung und vom Verband ab. Ohne Vorbildung erwirbst du zunächst die Lizenz Übungsleiter C, hinzu kommt das Profil Rehabilitationssport; die Ausbildung zu einer Lizenz soll beim DBS innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein. Mit Sportstudium wird der Grundlagenteil anerkannt, mit Physiotherapie-Examen genügen Sonderlehrgänge.

Brauche ich als Physio­therapeutin oder Physio­therapeut eine eigene Lizenz für RehaSport?

Das Examen allein genügt nicht. Nach den Qualifikationsanforderungen der BAR brauchst du zusätzlich Sonderlehrgänge, für die Orthopädie mindestens 36 Lerneinheiten Grundlagen und 16 Lerneinheiten im Bereich. Der Weg ist damit deutlich kürzer als die vollständige Lizenzausbildung.

Was passiert, wenn meine B-Lizenz abläuft?

Bis zur erneuten Gültigkeit darfst du keine verordneten Gruppen leiten. Den Umfang der nachzuholenden Fortbildung regelt dein Verband. Plane die 15 Lerneinheiten deshalb rechtzeitig vor Ablauf ein.

Quellen