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Für Bewerberinnen und Bewerber

Sport­therapeut: Ausbildung oder Studium – die Qualifikations­wege

Welche Qualifikationswege zur Sporttherapie führen, welchen Stellenwert Studium, DVGS-Qualifikation und RehaSport-Lizenz haben und wo Sporttherapeuten in Berlin tätig sind.

Verfasst von
Verfasst von Blacklyne im Auftrag von Rundum Gesund
Aktualisiert
Aktualisiert am 13. Oktober 2026
Lesezeit
5 Minuten Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Für den Sporttherapeuten gibt es in Deutschland keine staatlich geregelte Ausbildung. Der übliche Qualifikationsweg ist ein Studium der Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation, häufig ergänzt um eine Qualifikation in Sport-/Bewegungstherapie des Deutschen Verbands für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS). Für die Leitung von Rehabilitationssport ist zusätzlich ein besonderer Qualifikationsnachweis erforderlich, in der Praxis eine Übungsleiterlizenz für den jeweiligen Indikationsbereich.

Wie wird man Sport­therapeut – Ausbildung oder Studium?

Weil die Berufsbezeichnung Sporttherapeut gesetzlich nicht geschützt ist, ergibt sich die Qualifikation aus dem Abschluss, der hinter ihr steht. Bei den meisten Sporttherapeutinnen und Sporttherapeuten ist das ein Studium der Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Prävention, Rehabilitation oder Gesundheitssport.

Arbeitgeber prüfen die zugrunde liegenden Abschlüsse deshalb sorgfältig. In Rehabilitationskliniken und überall dort, wo Kostenträger die Leistung finanzieren, ist vor allem ein sportwissenschaftliches Studium maßgeblich. Häufig kommen eine Qualifikation des Deutschen Verbands für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) und die Übungsleiterlizenz für Rehabilitationssport hinzu.

Welche Qualifikations­wege gibt es?

WegAbschlussEinsatzbereich
Bachelor Sportwissenschaft mit Schwerpunkt RehabilitationBachelor of Arts oder ScienceSporttherapie in Klinik und Praxis
Master mit Schwerpunkt Sporttherapie oder RehabilitationMasterzusätzlich Leitungsfunktionen, Lehre und Forschung
Qualifikation Sport-/Bewegungstherapie DVGSVerbandsqualifikationNachweis der sporttherapeutischen Qualifikation gegenüber Arbeitgebern und Kostenträgern
Übungsleiterlizenz B RehabilitationssportLizenz eines SportverbandsLeitung von Rehabilitationssportgruppen
Lehrgänge privater Anbieter „zum Sporttherapeuten“Anbieterzertifikatnur eingeschränkt anerkannt

Bevor du in einen privaten Lehrgang investierst, solltest du bei zwei oder drei potenziellen Arbeitgebern klären, ob sie den Abschluss anerkennen. Für den Rehabilitationssport ist in jedem Fall die Lizenz entscheidend.

Welche Inhalte vermittelt das Studium?

Das Bachelorstudium umfasst Trainingslehre, Bewegungswissenschaft, Anatomie und Physiologie sowie die Grundlagen der Rehabilitation bei orthopädischen, internistischen und neurologischen Erkrankungen. Der Anteil sporttherapeutischer Inhalte unterscheidet sich zwischen den Hochschulen erheblich. Wer in die Rehabilitation möchte, sollte deshalb einen Studiengang mit ausgewiesenem Schwerpunkt wählen und auf Praktika in Kliniken oder Praxen achten.

Was ist die DVGS-Qualifikation?

Der DVGS ist der Fachverband für Sport- und Bewegungstherapie. Er bietet akademisch und nicht akademisch ausgebildeten Fachkräften Qualifikationen in Sport-/Bewegungstherapie an, die nach Angaben des Verbands dazu befähigen, abrechnungsfähige Leistungen in Rehabilitation, Prävention und Nachsorge zu erbringen. Welche Inhalte und Nachweise im Einzelnen gefordert sind, legt der Verband fest und veröffentlicht es auf seiner Website. Die Qualifikation ist freiwillig, wird von Arbeitgebern in der Rehabilitation jedoch als Nachweis sporttherapeutischer Inhalte herangezogen.

Welche Rolle spielt die Übungsleiterlizenz für Rehabilitations­sport?

Rehabilitationssport nach § 64 SGB IX auf ärztliche Verordnung (Muster 56) darf nur leiten, wer einen besonderen Qualifikationsnachweis besitzt. Die Grundlage ist die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining in der Fassung vom 1. Januar 2022; als Maßstab gelten die „Qualifikationsanforderungen Übungsleiter/-in Rehabilitationssport“. In der Praxis bedeutet das eine Übungsleiterlizenz B Rehabilitationssport, die jeweils für einen Indikationsbereich gilt, etwa Orthopädie, Innere Medizin oder Neurologie.

Die Lizenzen vergeben die Landessportbünde und Behindertensportverbände, in Berlin beispielsweise der Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund (BTFB), dessen Rehasportausbildungen die erste Lizenzstufe oder eine vergleichbare Ausbildung voraussetzen. Die Lizenz ist befristet und wird durch Fortbildungen verlängert. Ablauf und Bedeutung der Lizenz im Berufsalltag beschreibt der Beitrag Sporttherapeut: Aufgaben, Gehalt und Lizenz.

Sport­therapeut oder Physio­therapeut?

Beide Berufe setzen Bewegung therapeutisch ein, unterscheiden sich jedoch in Arbeitsweise und Rahmen. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln auf Heilmittelverordnung überwiegend im Einzelkontakt, ausgehend vom Befund und in festen Behandlungseinheiten. In der Sporttherapie arbeitest du häufiger mit Gruppen, steigerst die Belastbarkeit über Wochen und begleitest dieselben Teilnehmenden über lange Zeiträume. Vertiefend dazu sind die Beiträge zum Quereinstieg in die Physiotherapie und zum Berufsbild Physiotherapeut.

Wo arbeiten Sporttherapeuten in Berlin?

Typische Arbeitgeber sind Rehabilitationskliniken, ambulante Rehabilitationszentren, Physiotherapiepraxen mit Rehabilitationssport und gerätegestütztem Training, Vereine mit Rehabilitationssportgruppen sowie das betriebliche Gesundheitsmanagement. In Physiotherapiepraxen liegt der Schwerpunkt meist auf der Trainingsfläche und in den Kursen, und die Abstimmung mit den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten im Haus erfolgt auf kurzem Weg.

Sporttherapie bei Rundum Gesund

Rundum Gesund hat in Berlin-Wittenau zwei Standorte. In der REHA am Eichhorster Weg 80 finden Rehabilitationssport und Kurse in zwei eigenen Kursräumen statt, montags bis freitags von 8:30 bis 20 Uhr. Das Angebot umfasst RehaSport, auch als RehaHocker und RehaYoga, sowie Hockergymnastik, QiGong auf dem Hocker, Line-Dance, Tai-Chi, Faszientraining, Yoga und Fit over 40. Die Gruppen sind fest zusammengesetzt, eine Einheit dauert 55 bis 60 Minuten, und den RehaSport leitet ausschließlich geschultes Fachpersonal.

Im Team arbeiten Physio- und Sporttherapeutinnen und -therapeuten zusammen. Die Vergütung beträgt 22–28 Euro brutto pro Stunde, je nach Qualifikation und Erfahrung, in Vollzeit oder Teilzeit. Du erhältst 30 Urlaubstage bei einer Fünftagewoche; bei weniger Wochenarbeitstagen entsprechend umgerechnet. Fortbildungen wählen wir gemeinsam aus. Zuschuss und Freistellung vereinbaren wir vorab. Vor Vertragsabschluss lernst du uns bei einer Hospitation in den Kursen kennen.

Die Stellenbeschreibung findest du unter Sporttherapeut:in / Übungsleiter:in Rehabilitationssport. Initiativbewerbungen sind über die Bewerbung möglich, dafür genügen Name und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.

Häufige Fragen

Gibt es eine Ausbildung zum Sporttherapeuten?

Eine staatlich geregelte Ausbildung gibt es nicht. Private Anbieter haben Lehrgänge im Programm, die jedoch nur eingeschränkt anerkannt sind. Der übliche Weg führt über ein Studium der Sportwissenschaft.

Ist für die Leitung von Rehabilitations­sport ein Studium erforderlich?

Für die Leitung einer Rehabilitationssportgruppe benötigst du einen besonderen Qualifikationsnachweis, in der Praxis die Übungsleiterlizenz B Rehabilitationssport für den jeweiligen Indikationsbereich. Welche Vorbildung dafür vorausgesetzt wird, legt der Verband fest, der die Lizenz vergibt.

Sucht Rundum Gesund in Berlin-Wittenau Sporttherapeuten?

Ja, für den Rehabilitationssport und die Kurse in der REHA am Eichhorster Weg. Die Stelle ist als Sporttherapeut:in / Übungsleiter:in Rehabilitationssport ausgeschrieben.

Ist Sport­therapeut ein geschützter Beruf?

Nein. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich nicht geschützt, weshalb Arbeitgeber auf Studium, Zertifikate und Lizenzen achten.

Quellen