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Für Bewerberinnen und Bewerber

Berufsbild Physio­therapeut: Ausbildung, Alltag, Perspektiven

Inhalte der dreijährigen Ausbildung, Struktur eines Arbeitstags in der Praxis und die beruflichen Wege nach dem Examen bis hin zur eigenen Praxis.

Verfasst von
Verfasst von Blacklyne im Auftrag von Rundum Gesund
Aktualisiert
Aktualisiert am 13. Oktober 2026
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5 Minuten Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Zum Berufsbild Physiotherapeut gehören je nach Behandlungstakt 16 bis 20 Behandlungen pro Praxistag. Jede umfasst Empfang und Lagerung, die Verlaufskontrolle des Befunds, die Therapie selbst und die Dokumentation. Hinzu kommen Erstbefunde bei neuen Verordnungen, die Abstimmung mit verordnenden Ärztinnen und Ärzten sowie die Arbeit an Trainingsgeräten. Wie viel davon in die bezahlte Arbeitszeit fällt, bestimmt der Behandlungstakt.

Wie sieht der Arbeitstag eines Physio­therapeuten aus?

Beide Werte beruhen auf rund 400 Minuten reiner Terminzeit an einem Achtstundentag: 16 Termine zu 25 Minuten oder 20 Termine zu 20 Minuten. Die übrige Zeit bleibt für Absprachen, Raumwechsel und Puffer.

Jeder Termin umfasst mehr als die Behandlung selbst. Für Krankengymnastik und Manuelle Therapie gilt nach der Leistungsbeschreibung zum Kassenvertrag eine Regelbehandlungszeit von 15 bis 25 Minuten an der Patientin oder am Patienten:

SchrittZeit
Therapie einschließlich Verlaufskontrolle des Befunds15 bis 20 Minuten, je nach Takt
Empfang, Umkleiden, Lagerung, Dokumentation, Vorbereitung des Raumsder Rest des Termins, im 20-Minuten-Takt höchstens 5 Minuten

Hinzu kommen Erstbefunde bei neuen Verordnungen, Rückfragen bei den verordnenden Ärztinnen und Ärzten, die Betreuung an Trainingsgeräten und, sofern die Praxis dies anbietet, Hausbesuche.

Die Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre, endet mit der staatlichen Prüfung und ist im Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) geregelt. Die Berufsbezeichnung darf nur führen, wer die Erlaubnis nach § 1 MPhG erhalten hat. Neben dem theoretischen und praktischen Unterricht an der Berufsfachschule umfasst sie praktische Einsätze in Kliniken und Praxen.

Daneben gibt es ausbildungsintegrierende Studiengänge, die das Examen mit einem Bachelorabschluss verbinden. Für die Tätigkeit in der Praxis spielt der akademische Grad kaum eine Rolle. Für eine spätere Laufbahn in Forschung, Lehre oder Leitung kann der akademische Abschluss hingegen entscheidend sein.

Nach Angaben des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) ist das Schulgeld in fast allen Bundesländern abgeschafft. Erkundige dich vor der Entscheidung bei der Schule, welche Regelung für deinen Jahrgang gilt.

Nach dem Examen

Mit dem Examen ist die fachliche Qualifizierung nicht abgeschlossen. Mehrere Leistungen dürfen nur mit einer Abrechnungserlaubnis zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden, die eine Zertifikatsweiterbildung voraussetzt. Die Mindestumfänge regelt Anlage 7 zum Kassenvertrag nach § 125 SGB V, die seit dem 01.06.2026 neu gefasst ist:

  • Manuelle Therapie – mindestens 260 Unterrichtseinheiten, Abschlussprüfung frühestens nach zwei Jahren
  • Manuelle Lymphdrainage, künftig Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) – mindestens 140 Unterrichtseinheiten; Kurse nach der bisherigen Regelung mit 170 Unterrichtseinheiten werden anerkannt, wenn sie vor dem 01.06.2027 beginnen
  • KG-ZNS nach Bobath für Erwachsene – mindestens 120 Unterrichtseinheiten nach den Standards der IBITA
  • Krankengymnastik am Gerät – mindestens 40 Unterrichtseinheiten

Erst mit diesen Zertifikaten verbessert sich deine Verhandlungsposition beim Gehalt spürbar. Ausführlicher behandelt das der Beitrag Welche Fortbildung sich lohnt.

Belastungen im Beruf

Vor der Berufswahl solltest du auch die folgenden vier Belastungsfaktoren kennen.

  1. Die Taktung. Bei 20 Behandlungen am Tag lässt die Konzentration zur letzten Einheit hin zwangsläufig nach. Das betrifft alle Therapeutinnen und Therapeuten gleichermaßen und ist keine Frage des Engagements.
  2. Die Dokumentation. Der Kassenvertrag schreibt für jede Behandlungseinheit eine fortlaufende Verlaufsdokumentation vor. In vielen Praxen wird sie außerhalb der bezahlten Arbeitszeit erledigt.
  3. Die körperliche Belastung. Langjährige manuelle Arbeit beansprucht vor allem Daumen, Handgelenke und Rücken.
  4. Die Gehaltsspanne. Ein Tarifvertrag gilt nur, wenn der Arbeitgeber tarifgebunden ist oder ihn im Arbeitsvertrag vereinbart. Wo das nicht der Fall ist, legt jede Praxis die Vergütung selbst fest, und die Unterschiede zwischen zwei Praxen im selben Bezirk können erheblich sein.

Was den Beruf auszeichnet

Die Physiotherapie gehört zu den wenigen Gesundheitsberufen, in denen du die Entwicklung einer Patientin oder eines Patienten über Wochen unmittelbar begleitest. Über die Behandlungsserie entsteht ein therapeutisches Verhältnis, in dem sich der Erfolg der eigenen Arbeit unmittelbar beurteilen lässt.

Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt derzeit günstig für Bewerberinnen und Bewerber. In der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit gehört die Physiotherapie zu den Berufen mit dem stärksten Engpass, und du kannst deinen Arbeitgeber gezielt auswählen.

Der Arbeitsalltag bei Rundum Gesund

Bei Rundum Gesund arbeiten wir bei Krankengymnastik und Manueller Therapie im 25-Minuten-Takt. Telefon, Terminbuch und Verordnungsprüfung übernehmen vier ausgebildete Empfangskräfte. Im Team arbeiten 25 Therapeutinnen und Therapeuten an zwei Standorten in Berlin-Wittenau.

2026 haben vier Kolleginnen und Kollegen ihr zehnjähriges Betriebsjubiläum bei uns begangen.

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Quellen